23.01.2013

Nicht nur das Engagement im Unternehmen ist wichtig, auch die Familie darf nicht zu kurz kommen.

Familie

Konflikte sind die schlimmsten Ereignisse in unserem Leben und doch sind diese Konflikte jeden Tag zu bewältigen.

Wo entstehen in einem familiär geführten Handwerksunternehmen diese Konflikte? Sie wissen es schon!

Sie verbringen sehr viel Zeit in Ihrem und für Ihr Unternehmen. Das müssen Sie auch, um erfolgreich zu sein. Was sagt Ihre Partnerin, Ihr Partner, was sagen Ihre Kinder dazu?

Gibt man Ihnen die nötigen Freiräume, die Sie brauchen um Ihr Unternehmen zu führen? Steht man Ihnen bei, wenn es viel Arbeit gibt, bei der man helfen könnte? Werden Sie mental aufgebaut, wenn an einem Tag alles schief gegangen ist? Ist jemand da, der Sie in den Arm nimmt, Sie tröstet und die Worte gebraucht: "Nimm es nicht so schwer, morgen ist ein neuer Tag und alles wird gut!"

Sind wir nicht viel zu oft alleine mit unseren alltäglichen, unternehmerischen Sorgen? Wo finden wir unseren Antriebsmotor, wenn nicht in unserer Familie, in unserer Partnerin, in unserem Partner?

Sie sehen es schon: Wenn alle diese kleinen Dinge nicht in vernünftigen Bahnen laufen, geregelt sind, gibt es Ärger. Ärger mit der Familie können und wollen wir uns aber nicht leisten, denn diese Konflikte zehren uns unnötig auf.

Bei Seminaren mit ExistenzgründerInnen pflege ich diesen Tipp zu geben: "Schauen Sie sich Ihre Partnerin, Ihren Partner genau an, stellen Sie die Fragen, die zu stellen sind und dann entscheiden Sie, ob Sie wirklich Unternehmer werden wollen!" Mann kann sich für sein eigenes Leben, das man so gerne leben möchte, ja auch einmal eine Trennung vorstellen.

Sehr viele Handwerkerehen werden geschieden. Warum nur?

Eine kleine Geschichte dazu: Ein junger Autolackierer, als Führungsmann in Sachen Autolack in einem großen Autohaus im Schwäbischen, will in die Selbständigkeit. Seine Frau ist froh: "Das ist ja prima, dann musst Du ja nicht mehr so viel arbeiten (welch Irrglaube!) und kannst Dich mehr um mich und die Kinder kümmern!" Dieser arme Mann hat seit seinem Schritt in die Selbständigkeit jeden Tag Streit in seinem Haus. Es geht um seine dringend notwendige Zeit als Unternehmer. Morgens wartet er so lange, bis alle gemeinsam frühstücken können, abends ist er zeitig zu Hause, damit die Kinder gemeinsam ins Bett gebracht werden, freitags verlässt er um 12:00 Uhr sein Unternehmen, um seiner Frau die nötigen Freiräume zu geben und sich um die Kinder zu kümmern. Wenn nicht, gibt es Tränen und Streit in der Familie.

Sie wissen was hier in absehbarer Zeit passieren wird? Dieser Unternehmer wird sich irgendwann entscheiden müssen, um den täglichen Konflikten für sein Leben begegnen zu können. Wie wird er sich entscheiden? Das wissen wir nicht? Er entscheidet sich für sein Unternehmen, verlässt Frau und Kinder oder er entscheidet sich für eine angestellte Tätigkeit, für das, was er nie mehr wollte? Aber ein Unternehmen unter diesen Vorzeichen zu führen, als Existenzgründer erfolgreich zu werden, ist nicht möglich - das steht fest!

Liebe Partnerinnen, liebe Partner, liebe Kinder, wenn Ihr diesen Artikel lesen solltet, denkt einmal darüber nach, wie wichtig das Unternehmen für die Familie ist! Dankeschön - im Namen Eurer Männer, Frauen, Väter und Mütter.

Und, Ihr lieben Unternehmerinnen und Unternehmer, hier noch eine große Bitte an Euch: Sorgt für den Ausgleich der Waage zwischen Eurem Unternehmen und dem Privatleben. Das geht nicht, sagen Sie jetzt! Oh doch, es geht! Prioritäten sind das Zauberwort. Wo sind Ihre Prioritäten an irgendeinem schönen Arbeitstag, wenn es einmal wirklich nicht so viel zu tun gibt? Klar, wir finden immer noch irgendetwas, das wir erledigen könnten. Aber ist es so wichtig, kann man es nicht morgen auch noch machen? Ja, man kann, denn heute Nachmittag ist Eisessen mit der Familie angesagt - oder Shopping - oder, oder, oder. Und wann hat das letzte, verlängerte Wochenende in den Bergen, an der See stattgefunden? Auch das muss gehen in einer Selbständigkeit, weil man sich seine Zeit auch einmal frei einteilen kann. Tun Sie es, wenn es passt!

Klaus Steinseifer 1

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