10.06.2015

Facebook hat nach München eingeladen

Facebook Pro am 9. Juni 2015 in München 1

In den Eisbach Studios fand eine erste Veranstaltung von Facebook in Deutschland statt. Es sollte um die Werbemöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen bei Facebook gehen.

Das war ein Thema für mich und auch für meine Kunden im Handwerk, denen ich die Informationen weitergeben wollte.

Im Eingangsbereich erhielt ich mein Teilnehmerkärtchen und ich bewegte mich in die Tiefen der Eisbach Studios. Alles in grelles blaues Licht getaucht machte die Spannung auf die Veranstaltung noch größer. Bistrotheken luden zum Verweilen und zu einer Stärkung ein.

Mein erster negativer Eindruck: Eine Begrüßung fand nicht statt, alle FB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter waren mit Ihresgleichen beschäftigt. Ich hätte im Vorfeld schon ein paar Fragen gehabt. Ich stand etwas verlassen herum, aber nicht nur ich, es ging vielen anderen Gästen auch so.

Um 9:00 Uhr ging es los. Die ersten Ansprachen an das Publikum von Stefan Schmidt-Grell und Marianne Dölz.

Die Eröffnungsrede von Franc Hagel, Leiter der Wirtschaftsregion Bayern im Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft, begeisterte. Herr Hagel sprach über den Digitalisierungsnotstand in Deutschland und den verpassten Anschluss an die internationale Wirtschaft in diesem Bereich. Sehr interessant.

Jetzt sollte es ja ins Thema gehen. Es kam eine weitere Einführungsrede von Arne Henne, der die nächsten Referenten Chris von den Hoff und Jonas Thaysen ankündigte.

Noch einmal zu Erinnerung: Es sollte um die Werbemöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen bei Facebook gehen.

Ja, es ging darum! Es wurden Beispiele gezeigt, gespickt mit ganz vielen "Ähs und Ähms", Beispiele mit denen ich nichts anfangen konnte, denn mir fehlten die Handlungsanweisungen und der Weg zu einer Facebook-Kampagne. Was muss ich wo tun, wo muss ich klicken, um eine Werbekampagne zu erstellen. Die Ausführungen der beiden Herren waren gespickt von Anglizismen der Facebook-Sprache, die der Starter in der Facebook-Werbung nicht verstanden hat. Auch die Möglichkeiten, die es da noch alle gibt, wurden zwar theoretisch erläutert aber es gab keine Praxishinweise.

Und meine ganz große Kritik an die Veranstalter: Das sollte eine Facebook-Veranstaltung in Deutschland, in Bayern, in München, für deutsche Unternehmer sein? "Warum sprechen Sie nicht DEUTSCH mit uns?" Ich habe viel Kopfschütteln in meinem Umkreis gesehen und ganz viel Resignation.

Eine Teilnehmerunterlage zu jedem Thema, in der man die praktischen Anleitungen der einzelnen Schritte im Facebook-Profil gefunden hätte, wäre sehr hilfreich gewesen und hätte der Veranstaltung den Nutzen gebracht, den ich mir erhofft hatte.

Die abschließende Podiumsdiskussion mit erfolgreichen Werbekunden von Facebook habe ich mir gespart, denn auch hier kamen keine praktischen Hinweise für mich.

Ich bewegte mich zum Facebook-Infostand und hoffte hier auf Hilfe. Fehlanzeige! Der Stand war mit drei Mitarbeitern besetzt, einer davon nur englisch sprechend. Der Stand war belagert, Hilfe war hier also auch nicht zu erwarten. Ich schaffte es zu einem Mitarbeiter nach vorne und fragte nach einem telefonischen Ansprechpartner, der mir Hilfe gibt, wenn ich starte. Leider nicht möglich, alles nur per E-Mail. Na prima!

Nach der Abgabe meines Bewertungsbogens, der entsprechend negativ ausgefallen ist, erhielt ich einen Gutschein über 40 Euro für meine erste Facebook-Werbung, den ich leider nicht einsetzen kann. Nach dem Versuch, den Gutschein meinem Facebook-Konto gutzuschreiben erschien der Hinweis: "Dieser Gutschein ist ungültig!" Irgendwie passend zu der gesamten Veranstaltung.

Sehr enttäuscht machte ich mich wieder auf den Heimweg. Schade, eine Fehlinvestition mit sehr viel Zeit und natürlich auch Geld.

Klaus Steinseifer 1

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